Konmari im Kleiderschrank

Konmari im Kleiderschrank

Teil 2 meiner Reihe über die Konmari-Methode von Marie Kondo beschäftigt sich direkt mit meiner Arbeit als Ihre Farb- und Stilberaterin in Ihrem Kleiderschrank. Wir kennen nun schon die wichtigen Punkte der bekannten Ordnungsmethode. Deshalb möchte ich Ihnen zeigen, wie meine Kleiderschrankberatung abläuft. Ich habe mir nämlich einige Tipps und Tricks von Marie Kondo abgeschaut und sie für mein Service optimiert.

Kastencheck vs. Kleiderschrankberatung

Für mich gibt es einen Unterschied zwischen der Kleiderschrankberatung und dem Kastencheck. Der Kastencheck ist sozusagen das „Standardprogramm“. Ich sehe mir Ihr Hab und Gut an und sortiere anhand Ihrer Merkmale mit Ihnen aus. Diese Merkmale beinhalten Passform, Stil und Farbe. Falls Sie vor dem Kastencheck eine Farb- und/oder Stilberatung hatten, ist das Ausgliedern Ihrer Kleider natürlich leichter. Schließlich können wir Ihre Farbkarte zur Hilfe nehmen und sehen auf den ersten Blick, wovon wir uns trennen könnten und was bleiben sollte. Dies gilt auch für die Kleiderschrankberatung.

Die Kleiderschrankberatung ist sozusagen die große Schwester des Kastenchecks. Sie beinhaltet ebenfalls das Auswählen nach Passform, Stil und Farbe, allerdings ist sie tiefgehender. Wie in Die Konmari-Methode beschrieben, wird in Ihrem Kleiderschrank nach Objekten gesucht, welche das Glückskriterium erfüllen. Zur Erinnerung: das Glückskriterium suchen Sie selber aus. Dabei sollten Sie sich Fragen stellen wie „Wie soll mein Lebensstil sein?“, „Ist mir Ordnung wichtig? Soll alles in Reih und Glied stehen?“. Speziell in Gedanken an Ihren Kleiderschrank, würde ich sie bitten folgende Fragen zu beantworten:

  • Welcher Dresscode ist in Ihrem Beruf gewünscht?
  • Welche Hobbys haben Sie und welches Outfit brauchen Sie dazu?
  • Treiben Sie Sport? Welche Sportart(en) und in welcher Umgebung?
  • Haben Sie Möglichkeiten Gewand (z.B. Wintermode im Sommer) auszulagern?
  • Gibt es Modetrends, die Ihnen besonders zusprechen?
  • Wo können Sie Aussortierte Kleidung entsorgen? Spenden, schenken etc.

Was ist mir an einem einzelnen Kleidungsstück wichtig, damit es mich glücklich macht? Zum Beispiel eine gute Passform, angenehmes Material, schöne Erinnerungen…
Die meisten dieser Fragen werden bereits im Laufe einer Stilberatung geklärt, es schadet allerdings nicht, sich nochmal die wichtigsten Punkte in Erinnerung zu rufen.

Marie Kondo hat sich auf ein ordentliches Leben spezialisiert und ist mit ihrer Konmari-Methode weltweit äußerst erfolgreich. Sie können alles dazu in Die Konmari-Methode nachlesen, oder, falls Sie besonders großes Interesse haben, kann ich Ihnen ihren Bestseller Magic Cleaning absolut ans Herz legen. Das wichtigste beim Aussortieren Ihres Kleiderschranks ist das Erfüllen, beziehungsweise Nicht-Erfüllen, des Glückskriteriums.

Der Test

Um die einzelnen Punkte der Konmari-Methode auf Ihren Kasten umzuformen, gehen wir wiefolgt vor: Zuerst werden sämtliche Kleidungsstücke aus dem Schrank entfernt und in den jeweiligen Kategorien gestapelt. Mir persönlich sind mehrere übersichtliche Haufen mit Kleidern, Röcken, Hosen, Oberteilen usw. lieber, als ein großes Durcheinander. Manchmal erlebe ich mit meinen Kunden bereits hier einige Überraschungen. Sie werden sich wundern, wenn wir plötzlich 15 blaue Jeans aus Ihrem Schrank herausfischen, aber dafür nur zwei Röcke in Ihrem Besitz finden. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Sie wirklich so viele Jeans einer Farbe brauchen? Und wieso sie überhaupt so viele angesammelt haben. Gibt es welche, die Ihnen nicht (mehr) passen oder nicht gefallen? Höchstwahrscheinlich! Und da wir jede einzelne von ihnen genau unter die Lupe nehmen werden, kommen wir den schwarzen Schafen schnell auf die Schliche.

Damit beginnt auch schon der nächste Schritt der Kleiderschrankberatung. Jedes, und ich meine wirklich JEDES, einzelne Gewandstück wird einzelnen betrachtet. Wir nehmen es in die Hand, sehen es uns an und fragen, ob es das Glückskriterium erfüllt. Nun wissen Sie auch, wieso die Frage nach dem Glückskriterium so essentiell ist. Wissen wir bereits Ihren Farb- und Stiltypen, gehen auch diese Aspekte in die Auswahl ein. Falls das Stück in Ihren Händen kein Glücksgefühl auslöst, die Farbe, der Stil, der Schnitt oder das Material nicht passen, dann lassen Sie es los und trennen Sie sich davon. Es hat seine Aufgabe erledigt und Sie sind dankbar dafür.

Sobald wir uns entschieden haben, was bleiben darf und was gehen muss, zeige ich Ihnen wie man Gewand richtig zusammenlegt. Mit „richtig“ meine ich, ordentlich, einheitlich und platzsparend. Ihrem Kasten wird ein neues Ordnungssystem verpasst. Bei diesem Ordnungssystem ist mir wichtig, dass Sie es auch ohne meine Hilfe beibehalten können. Deshalb werden wir jedem einzelnen Teil seinem Platz geben, an den es gehört. Diesen Platz merken Sie sich bestimmt leicht und können daher immer wieder alles dorthin zurückräumen, wo es hingehört.

Wie geht’s weiter?

Der Prozess der Kleiderschrankberatung ist anstrengend und langwierig – da möchte ich  ganz ehrlich mit Ihnen sein! Der einfachere Weg ist definitiv der Kastencheck. Allerdings habe ich bisher trotz der zunehmen körperlichen Belastung immer wieder einen Stimmungsauftrieb miterlebt. Das Ausmisten, Loslassen und in-Ordnung-Bringen des eigenen Besitzen wirkt befreiend. Sie merken, wie viel Unnötiges sie angesammelt haben und dass es gar nicht so schwer ist manches gehen zu lassen.

Diese Erfahrung wird sich auf Ihre Zukunft auswirken. Einerseits werden Sie morgens Zeit sparen, wenn Sie Ihr Outfit aussuchen. Andererseits wird sich Ihr Einkaufsverhalten verändern. Sie werden nun die Augen offen halten und einzelne Stücke suchen, welche in Ihrem Schrank noch fehlen. Denn das haben wir im Laufe der Kleiderschrankberatung bestimmt gemerkt. Zusätzlich werden Sie mit mehr Bedacht einkaufen. Sie werden an unüberlegten Spontaneinkäufen gar kein so großes Interesse mehr haben. Schließlich gilt auch für neue Errungenschaften die Fragen nach Glückskriterium, Farbe, Stil und Passform zu beantworten.